Positionierung der Fachschaft zum CHE-Ranking

Es ist nicht sinnvoll, anderen Unis potenzielle Studierende abzuwerben. Sinnvoll ist dagegen, dazu beizutragen, dass künftige Studierende einen Studienort wählen, der zu ihnen passt. Rankings, insbesondere das CHE-Ranking, können aus folgenden Gründen dazu nicht beitragen:

  • Da aus sehr geringen Unterschieden eine Rangfolge abgeleitet wird, haben die Rankings nicht die Wirkung zu informieren, sondern sollen vor allem Studierendenströme so lenken, dass sich einzelne Unis „gute“ Studierende aussuchen können und somit „noch besser“ werden. Dies schürt die Konkurrenz sowohl zwischen Universitäten als auch zwischen Studienanfänger*innen.
  • Die verwendeten Bewertungkriterien sind intransparent und teilweise nicht sinnvoll. Sie werden von fraglich legitimierten Institutionen nach deren politischer Agenda festgelegt (beim CHE Ranking Bertelsmann und Holtzbrinck Verlagsgruppe).
  • Eine umfassende Bewertung der Qualität eines Studiengangs durch Notenskalen ist grundsätzlich nicht möglich und oft irreführend. Dies gilt allein schon deshalb, weil Spezifika, die zu einer Person passen, für andere ungünstig sind. (Beispiel: Unsere Studiengänge sind sehr gut in Teilzeit studierbar, zahlreiche Studierende
    kommen deshalb hierher. Dies führt aber naturgemäß dazu, dass wir beim CHE-Kriterium „Abschlüsse in angemessener Zeit“ nur „gelb“ abschneiden.)

Angesichts dieser Kritik haben die Hochschulen selbst (bzw. die HRK) mit dem Hochschulkompass eine sinnvolle Alternative geschaffen. Der Hochschulkompass ist kein Ranking, sondern eine filterbare Liste von Selbstdarstellungen aller Studiengänge (inklusive benachbarter Studiengänge). Es ist falsch, anstatt die sinnvolle Alternative aus eigenem Hause zu pflegen (bisher nicht der Fall), bei einem problematischen Ranking mitzumachen.

Entscheidende Punkte für die Außendarstellung unserer Studiengänge

  • Späte Spezialisierung bei gleichzeitig sehr breiten Spezialisierungsmöglichkeiten
  • Hohe Durchlässigkeit zum Lehramt, zur Mathematik und zur Geophysik/Meteorologie
  • Ausgeprägte Fachdidaktik im Lehramt
  • Gute Möglichkeiten zu fächerübergreifendem Studium, nicht nur durchs Studium Integrale
  • Geringe Anwendungsorientierung
  • Möglichkeit in Teilzeit zu studieren
  • Studiengänge sind nicht fest durchgeplant, sondern individuell gestaltbar

Weitere Maßnahmen für eine sinnvolle Studienortwahl

und damit wahrscheinlich auch indirekt für mehr Studierende:

  • Eine grundsätzliche Überarbeitung der Webseite ist dringend notwendig, da diese die Hauptinformationsquelle für Studienanfänger*innen ist. Dazu gehören: Übersichtlichkeit und Konsistenz, Spezifika der Studiengänge, inhaltlicher und weniger technokratisch, Verhältnis zu anderen Studiengängen (sowohl zu den benachbarten Studiengängen, als auch die Info, dass man in Köln durchaus richtig ist, wenn man Biophysik studieren will, auch wenn es hier keinen gleichnamigen Studiengang gibt)
  • Offensichtliches Statement auf der Webseite, warum wir nicht am CHE-Ranking teilnehmen, um möglichen Verunsicherungen entgegenzuwirken
  • Ausbau und offensivere Bewerbung an Schulen von Schnupper-Möglichkeiten, um generell mehr Schüler*innen für die Physik im Allgemeinen zu gewinnen
  • Abbau nicht-inhaltlicher Hürden wie NCs

Entgegen unserer Positionierung hat sich die Fachgruppensitzung am 13.7. mit 15:7 Stimmen und zahlreichen Enthaltungen für eine Teilnahme am CHE-Ranking ausgesprochen. Allerdings muss das Rektorat noch zustimmen.

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