Mitgliederinitiative: Für eine Welt ohne Nuklearwaffen

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„Vor uns liegt, wenn wir richtig wählen, eine beständige Ausweitung von Glück, Wissen und Weisheit. Sollen wir stattdessen den Tod wählen, bloß weil wir unsere Streitereien nicht vergessen können? Wir wenden uns als Menschen an unsere Mitmenschen: Erinnert Euch Eures Menschseins und vergesst alles andere! Wenn Ihr das vermögt, dann öffnet sich der Weg zu einem neuen Paradies. Könnt Ihr es nicht, dann droht Euch allen der Tod.“
(letzter Absatz des Russell-Einstein Manifestes)

72 Jahre nach dem Atombombenangriff auf Hiroshima und Nagasaki reicht ein Bruchteil der Nuklearwaffen auf der Welt, um katastrophale Folgen für das Leben aller Menschen auszulösen[1]. Am 7.7.2017 hat die UN-Generalversammlung mit einer Mehrheit von 122 Staaten einem Atomwaffenverbotsvertrag zugestimmt. Die Bundesrepublik Deutschland hat den Vertrag bislang nicht ratifiziert und sich zuvor auch gegen die Aufnahme der Verhandlungen gestellt, die laut UN-Generalsekretär Guterres Voraussetzung dafür waren, „Rationalität und diplomatische Lösungen zu gewährleisten, Sicherheit durch friedliches Handeln zu fördern und die Instrumente zu entwickeln, die wir brauchen, um Zuversicht, Vertrauen und internationale Stabilität zu entwickeln.“ [2] Die Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreises an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) betont, wie wichtig dieser Vertrag und wie nötig ein Umdenken der Bundesregierung ist.

[1] Studie der Federation of American Scientists vom Januar 2017
[2] UN-Generalsekretär António Guterres auf der „Conference on Disarmament“ in Genua, 24.1.2017; eigene Übersetzung

 

Text der Mitgliederinitiative

Es ist die Verantwortung und Aufgabe der Wissenschaft und der Hochschulen sich für Aufklärung, Völkerverständigung, Frieden und Menschlichkeit zu engagieren.

Wir fordern die Bundesregierung auf, den Atomwaffenverbotsvertrag zu ratifizieren und damit Initiative für die Sicherung menschlicher Lebensgrundlagen und eine neue Etappe von Entspannung, internationaler Abrüstung und Kooperation zu ergreifen. Sie muss zudem tatkräftig für den Abzug der in Büchel stationierten Atomwaffen und gegen die im Rahmen der NATO geplante Nuklearwaffen-Modernisierung wirken.

Den Senat der Universität fordern wir auf, in diesem Sinne öffentlich Stellung zu beziehen.

 

Vertretungsberechtigte
Prof. Dr. Dietrich Stauffer, PD Dr. Volker Ossenkopf-Okada, Stefanie Legler

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Hervorgegangen ist die Mitgliederinitiative aus den Diskussionen im Seminar Physik und Ethik. Die dortigen Debatten wurden in der Zeitung der Fachschaft dokumentiert. Außerdem ist im Seminar eine Resolution der Fachschaft entstanden, die eine Art Vorläufer der Mitgliederinitiative ist.

Was ist eine Mitgliederinitative?
Die Grundordnung der Uni legt in § 7 fest, dass gemäß § 11b Hochschulgesetz NRW „Mitglieder der Hochschule beantragen können, dass über eine bestimmte Angelegenheit, für die ein Organ der Hochschule gesetzlich zuständig ist, das zuständige Organ berät und entscheidet“. Dafür müssen 4% der Hochschulmitglieder (Studierende, Professor*innen und Mitarbeiter*innen) die Mitgliederinitiative unterschreiben. Die Vertretungsberechtigten sind Ansprechpartner in allen Fragen der Initiative und vertreten das Anliegen später stellvertretend für alle Unterzeichner*innen im Senat.

Abgabe
FS Physik, Universität zu Köln, Zülpicher Straße 77, 50937 Köln (gerne auch per Hauspost)