Fachschafts-Seminar am 8. Juli 2014 – Stefan Brackertz

Am Dienstag, den 8. Juli 2014, geht’s wieder weiter mit dem Fachschafts-Seminar. DIesmal stellt Stefan Brackertz die Frage “ Warum ist die moderne Physik so unanschaulich?“. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen am 8. Juli um 16:00-16:15 Uhr im Konferenzraum der Theoretischen Physik bei Snacks und Getränken zusammen zu kommen.

Abstract

Lehrbücher, Publikationen etc. zur klassischen Physik enthalten vor allem Aussagen darüber, wie die Physik der Welt *ist* (“Der Schwerpunkt eines abgeschlossenen Systems bewegt sich geradlinig-gleichförmig”); dagegen findet man in der sog. modernen Physik gerade solche Aussagen kaum, sondern stattdessen Aussagen dazu, wie sich berechnen lässt, was man in bestimmten Situationen misst (“Die Interferenzsignale an den Ausgängen des Interferometers werden beschrieben nach…”). These des Eingangsreferates wird sein, dass vor ca. 100 Jahren in der Physik ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat, der weitgehend auf die (welt-)politische Lage (Gründung der Kaiser-Wilhelm-Institute, “Deutsche Physik”, Entnazifizierung, Kalter Krieg) zurück zu führen ist. Dieser Paradigmenwechsel besteht – so die These – in der Auslagerung der Anschauung über das, was *ist*, aus der Physik in die Privatdiskussionen der Physiker. Damit einher ging eine starke Fokussierung der Physik auf mathematische Formalismen. (Zitate aus Gerthesen, 24. Auflage, S. 26 und 683)

Im Anschluss  an das Referat soll diskutiert werden:

  1. wie triftig die These ist,
  2. was sie für die (Hochschul-)Didaktik bedeutet und
  3. ob die Fokussierung auf Formalismen Bremse oder Befreiungsschlag für die Weiterentwicklung der Physik ist

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