FS-Sitzung für alle: Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Wie raus aus der Krise?

Donnerstag, 9.4., 16 Uhr
https://zoom.us/j/9545208040
Pw: 076740

Kurzankündigung

0) Was haben wir in den letzten Wochen erreicht?
Ziemlich viel! Feiern, danke sagen, verstehen, warum das so gut geklappt hat

1) Krise und (Hochschul-)Demokratie
Gerade (nicht nur) an den Hochschulen sehr ungeklärt, ob man sich Demokratie in der Krise nicht leisten kann, oder es gerade jetzt darauf ankommt

2) Studienfinanzierung im Krisen-Semester
Für viele führt die Krise zu sehr heftigen finanziellen Problemen. Abgesehen von einigen Überbrückungs- und Sofortmaßnahmen ist das Problem ungelöst. Was tun?

3) Perspektiven zum Rauskommen / für danach
Parallel zum Krisenmanagement laufen an der Uni gerade Grundsatzdiskussionen und Weichenstellungen für die nächsten 10 Jahre auf Hochtouren. Im Mittelpunkt der Debatte: „der Universität (…) wird noch stärker als zuvor die Aufgabe zukommen, (…) Lösungen für die durch die Pandemie noch größer anmutenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu finden. Dieser Verantwortung müssen wir uns stellen“ (Aktueller Brief der Prorektorin für Lehre)

Wat sull d’r Driss? (ausführlicher: Was gibt es zu besprechen?)

Sowohl die Fachschaft als auch der Rest der Fachgruppe Physik haben in den letzten Wochen einiges auf die Beine gestellt, um einerseits einen gepflegten und für alle erfreulichen Semesterstart zu ermöglichen und andererseits dafür zu sorgen, dass anghesochts des Kontaktverbotes nicht alle in Vereinzelung und Perspektivlosigkeit versacken. Dabei sind unter anderem herausgekommen:

  • Ein trotz sehr kurzfristiger Umstellung unserer Meiunung nach gelungener Vorkurs
  • Studierendenfreundliche Regelungen (inklusive vorübergehender Abänderungen der Prüfungsordnungen) für die Umstellung auf online-Lehre
  • Bemerkenswerte didaktische Leitlininen, die sicher auch noch in der Präsenzlehre hilfreich sein werden
  • Das online-Foyer: online-foyer-physik.koeln

Das hat nicht nur viel Engagement und einige Nachtschichten erfordert (DANKE!), es war auch ein Beispiel dafür, wie produktiv eine funktionierende Hochschuldemokratie sein kann, denn all das ist nicht unter weniger, sondern unter höherer demokratischer Beteiligung geschehen als üblich.

Damit ist schon einer der Punkte angeschnitten, mit denen wir uns in den nächsten Wochen nun dringend beschäftigen müssen:

1) Krise und (Hochschul-)Demokratie
Wer die NRW-Politik in den letzten Tagen verfolgt hat, insbesondere am Montag, weiß, dass überhaupt nicht geklärt ist, ob Demokratie in der Krise ein Hindernis ist und es jetzt auf „starke Führung“ ankommt, oder gerade jetzt umso notwendiger. Gerade wird ein Gesetz im Landtag behandelt, das nach Ansicht vieler Jurist*innen verfassungswidrig den Ministerien die Möglichkeit gibt, sich über die Gesetze, auch das Hochschulgesetz inklusive der darin verankerten Prüfungsordnungen, Hochschulgremien etc., hinwegzusetzen. Gleichzeitig plant das Ministerium anscheinend, diese Möglichkeit 1:1 an die Rektorate weiterzugeben, weswegen viele dieses Gesetz auch als „Rektoratsermächtigungsgesetz“ bezeichnen.
Gerade wirkt unser Rektorat nicht so, als wollte es solche Befugnisse ausnutzen, aber klar ist das nicht (abgesehen vom grundsätzlichen Demokratieproblem). Vor allem aber ist die Studierendenschaft gespalten: Während die einen reale Sitzungen mit Sicherheitsabstand und Audioanlage unter freiem Himmel machen, betteln andere beim Justziariat darum, noch nicht einmal online-Sitzungen machen zu müssen.

Wie direkt uns das betrifft, ist sicher unklar, aber es ist schon eine Debatte, die gerade insgesamt relevant ist. Außerdem kann es sicher auch ermutigend sein, wenn wir irgendwie verbreiten, wie es bei uns sehr zügig und gleichzeitig demokratisch läuft. Jedenfalls schien das beim Treffen mit den anderen MathNat-Fachschaften am Dienstag so.

2) Studienfinanzierung im Krisen-Semester
Für viele führt die Krise zu sehr heftigen finanziellen Problemen. Abgesehen von einigen Überbrückungs- und Sofortmaßnahmen ist das Problem ungelöst.
Allerdings gibt es zahlreiche sehr vernünftige politische Alternativen von verschiedenen Akteuren, z.B.:

  • https://www.openpetition.de/petition/online/soforthilfe-fuer-studierende-jetzt
  • https://solidarsemester.de/
  • https://latnrw.de/2020/04/07/pressemitteilung-studierendenvertretungen-in-nrw-fordern-demokratische-grundprinzipien-im-hochschulsektor-auch-in-krisenzeiten-ein/

Was tun wir? Wie beraten wir? Welche Haltung vermitteln wir?

3) Perspektiven zum Rauskommen / für danach
Krise verwalten, bis die Expert*innen sie gelöst haben, oder selbst zur Überwindung beitragen?

Möglichst schnell zurück zum (positiv besetzten) business as usual oder sollte die Krise Anlass sein, die vorher schon existierenden Probleme, die sich gerade zuspitzen (Vereinzelung, unterfinanziertes Gesundheitssystem, Autoritätsorientierung, mangelnde europäische Solidarität, Festung Europa, Entfremdung der Arbeit), endlich anzugehen? Was hieße das eigentlich?

Diese Fragen, die wohl allen gerade auf den Nägeln brennen, werden erstaunlich und erfreulich zugleich gerade an vielen Ecken der Uni intensiv diskutiert:

Bei alle dem sind wir schon am Mitmischen und es stellt sich die Frage, wie wir da weitermachen.
Denkbar wäre auch, dass sich aus diesen Fragen einige Programmpunkte für das online-Foyer ergeben.

Angesichts dessen wollen wir Zwischenbilamz ziehen und diskutieren, wie wir grundsätzlich an diese drei Punkte rangehen.

Viele Grüße, kommt zahlreich, es wird spannend (so spannend, wie wir es machen),

Eure Fachschaft

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