Dual Use: Welches militärische und welches zivile Potenzial haben Forschung und Lehre bei uns?

Dual-Use-Wissenschaft

In der Reihe Physik und Ethik
Montags 16 Uhr, abwechselnd ETP und Foyer

Spätestens seit die Physik den Abwurf von Kernwaffen auf Hiroshima und Nagasaki ermöglicht hat, ist neben dem produktiven auch das zerstörerische Potenzial der Wissenschaft unübersehbar. Spätestens seitdem ist klar, dass auch Grundlagenforschung sich nicht im Elfenbeinturm verstecken kann. Spätestens seitdem gibt es weltweit Naturwissenschaftler*innen, die über die (mögliche) militärische Nutzung ihrer Erkenntnisse aufklären und davor warnen, und es ist erstritten, dass die Hochschulen in Deutschland im Wesentlichen zivil sind.

Aktuell wächst aber der Druck der Politik auf die Universitäten, mehr militärische Forschung zuzulassen, sie systematisch bei zivilen Vorhaben mitzudenken Dual use, bisher als vermeintlich unvermeidbare Nebenwirkung von Grundlagenforschung diskutiert, soll zum Programm der Hochschulen werden. Dies bleibt bei weitem nicht auf die Physik beschränkt. Selbst Sozialwissenschaften und Psychologie können in den Dienst von Zerstörung gestellt werden. Auf der anderen Seite sind wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden unverzichtbar für eine nachhaltige, friedliche Entwicklung der Menschheit.

Dies verlangt eine kritische Auseinandersetzung mit möglichen Anwendungen des eigenen Studienfaches. Wie können die Ergebnisse missbraucht werden und welche Anwendungen sind mit der Verantwortung des Wissenschaftlers vereinbar und gewünscht? Im Seminar sollen dabei für das jeweils eigene Studienfach Beispiele aktueller Entwicklungen reflektiert werden, die einer nachhaltigen friedlichen Entwicklung entgegenstehen oder aber dazu beitragen.

Das Seminar kann mit 3CPs im Studium Integrale belegt werden, die Sitzungen können aber auch unabhängig davon einzeln besucht werden:

Montag, 20.4., 16 Uhr, Seminarraum ETP
Auftakt: Schlaglichter auf die Geschichte friedensorientierter Naturwissenschaft; Dual Use an aktuellen Beispielen

Montag, 4.5., 16 Uhr, Seminarraum ETP
„Zeitenwende“: Wissenschaft vor der Entscheidung zwischen Regierungszuarbeit und Internationalismus