1 Jahr reicht nicht! Demo wegen Auslaufregelungen im Lehramt

Am Mittwoch findet in Düsseldorf vor dem Landtag eine Demo gegen die Fristen und angedrohten Zwangsexmatrikulationen in den auslaufenden Lehramtsstudiengängen (Staatsexamen und Modellstudiengänge) und für ein kritisch-angeregtes Studium statt.

Mittwoch, 28.10.
12 Uhr Landtag
Gemeinsame Anfahrt: RE 1, 10.49 Uhr von Köln Hbf

Zum Hintergrund:
2009 hat die damalige schwarz-gelbe Landesregierung (später als bei den anderen Studiengängen) die Umstellung auf Bachelor und Master beschlossen. Gleichzeitig wurde auch beschlossen, dass die Studierenden in den bisherigen Studiengängen nur sehr wenig Zeit haben, um ihr Studium zu beenden; für die, die zuletzt angefangen haben, lediglich 11 bzw. 13 Semester. (Zum Vergleich: beim Auslauf der LPO-1994, der letzten
vergleichbaren Studiengangsänderung, betrug die Frist 21 Semester). Danach sollen sie zwangsexmatrikuliert werden; ein Wechsel in die neuen Studiengänge ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll möglich, weil sich die Studiengänge zu stark unterscheiden. Nach mehr ale einem Jahr wachsenden Protestes hat die jetzige rot-grüne Landesregierung zwar zugegeben, dass Handlungsbedarf besteht, allerdings sollen die Fristen nach bisheriger Planung um lediglich 1 Jahr verlängert werden und zudem wird eine endgültige Entscheidung immer weiter verzögert.

Kommt mit nach Düsseldorf zur Kundgebung nach Düsseldorf – eine Abschaffung der Fristen ermöglicht eine wesentlich offenere, kritischere und erfreulichere Befassung mit der pädagogischen Tätigkeit und den Lerninhalten sowie Engagement und Blicke über den Tellerrand hinaus. Dies ist angesichts der aktuellen Herausforderungen im Bildungssystem dringend notwendig!

Aufruf zur Kundgebung

„Wikileaks-Enthüllungen: So läuft es wirklich ab in der Physik“

Das Erstsemester-Infoheft für das Wintersemester 2015/2016 ist raus und schon vergriffen. Wir drucken nach und Interessierte können sich ab nächster Woche (26.10. & Co.) ein Exemplar im Fachschaftsraum abholen.

Im Ersti-Heft findet Ihr neben allerlei nützlichen Tipps zum Studienstart auch Infos über den Aufbau der Uni, Anlaufstellen, Einstiege zum Über-den-Tellerrand-Schauen, Anlaufstellen usw. Holt euch euer Exemplar!

Erstsemestereinführung

Liebe Erstsemester,

ergänzend zum Vorkurs der Fachgruppe bieten wir (die Fachschaft, Studis, die schon länger Physik studieren) ein Programm für alle an, die neu mit einem Physikstudium in Köln beginnen.
Gemeinsam wollen wir die Uni, die Physik und die Stadt kennen lernen, feiern, Fragen, Schwierigkeiten thematisieren, besprechen, wie man sinnvoll ans Studium ran geht etc.

Die Teilnahme am gesamten Erstsemester-Programm ist selbstverständlich nicht verpfichtend, aber allen, die ein Bachelor-of-science-Studium in Physik oder ein Lehramtsstudium für Gymnasium/Gesamtschule oder Berufskolleg mit dem Unterrichtsfach Physik im Wintersemester beginnen, dringend zu empfehlen.

Für Leute, die zum Masterstudium neu nach Köln kommen, wird es voraussichtlich ein eigenes Programm geben.

Das genaue Programm kommt noch, aber hier schonmal die Termine:

  • Mo., 21.9. bis Di., 29.9.: Vorkurs der Fachgruppe
    Wiederholung / Aufarbeitung des Schulstoffes in Mathe und Physik und ein bisschen mehr. Kennenlernen, wie Vorlesungs- und Übungsbetrieb funktionieren…
  • Mi., 30.9.: Erstsemesterprogramm der Fachschaft
  • Do., 1.10. bis Fr., 9.10.: Fortsetzung des Vorkurses
  • Do., 15.10. bis Fr., 16.10.: Fortsetzung Erstsemesterprogramm der Fachschaft
    insbesondere: Do., 15.10., 14 Uhr: Informationsveranstaltung von Fachgruppe und Fachschaft zu den Studiengängen

Beginn ist immer um 11 Uhr, in oder vor Hörsaal II.

Wir freuen uns auf Euch!
Eure Fachschaft

p.s.: Am ersten Tag des Semesters, Mo., 19.10. wird es auch noch Begrüßungen durch den Rektor und die Fachgruppe geben.

Überarbeitete Studiengänge

In den letzten Semestern haben wir (die Fachgruppe insgesamt, und dabei auch wir) viel Energie in eine sinnvolle Weiterentwicklung der Studiengänge gesteckt. Nun ist es so weit:

Wie viele von Euch bei den entsprechenden Infoveranstaltungen schon mitbekommen haben, gibt es ab dem nächsten Semester neue Studienordnungen in allen Physikstudiengängen. Die größten Fortschritte sind aus unserer Sicht:

  • Unendlich viele Klausurversuche bei allen Klausuren außer Experimentalphysik I und Mathematische Methoden, da aber auch mehr Versuche als bisher. Sinn einer Klausur ist es nicht, die Lampenfieber-Resistenz zu prüfen und mit Angst im Nacken lernt man nicht besonders gut.
  • Eine sinnvollere Gestaltung und bessere Integration der Mathematik im Bachelor of science
  • Eine sinnvollere Aufteilung der Veranstaltungen zwischen Bachelor und Master im Lehramt
  • Eine weitreichende Restrukturierung aller Veranstaltungen zur
    „modernen Physik“ (Struktur der Materie, B-Praktikum etc.) im Lehramt.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Verbesserungen im Detail. Da es so gut wie niemanden geben dürfte, die / der Nachteile bei einem Wechsel hat, werden alle, die nicht bis Ende des Jahres widersprechen, zum SS 2016 automatisch in die neuen Studiengänge „verschoben“.

Leute, die noch im SS 2015 oder WS 2015/2016 planen, eine Klausur im 2. oder 3. Versuch zu schreiben, sollten sich vor der Klausur an uns oder
die Studienberatung der Fachgruppe wenden

Weitere Infos findet Ihr auf der Webseite der Fachgruppe.
Leider ist die Darstellung der neuen Studiengänge da bislang noch nicht besonders hilfreich; daran wird noch gearbeitet. Solange findet ihr eine lesbare Version des neuen Bachelor of Science-Studienganges hier.

Ähnliche Erläuterungen der übrigen Studiengänge folgen in Kürze.

Bei Fragen aller Art wendet Euch an uns oder die Studienberatung der Fachgruppe.

Aktion in Düsseldorf am Do., 2.7.

Für eine humane Lehrer*innenbildung – Für ein sofortiges Moratorium der Auslauffristen im Lehramt und eine grundlegende Reform der Lehrer*innenbildung

Im Lehrerausbildungsgesetz ist festgelegt, dass sowohl die Staatsexamens-Studiengänge als auch die Modell-BaMa-Studiengänge abgeschafft werden und dafür abwegige Auslaufregelungen gelten: Nach der bisherigen Regelung müssen alle Kommiliton*innen ihr Studium bis 2016 (Lehramt für Grund-, Haupt- und Realschulen) bzw. 2017 (alle anderen Lehrämter) beendet haben; ansonsten werden sie zwangsexmatrikuliert oder müssen in den Bachelor wechseln.

Die Fristen bedeuten Lernen mit der Angst im Nacken und richten sich gegen eine humane und reflektierte Lehrer*innenbildung für eine aufgeklärte Gesellschaft: Zukünftige Lehrer*innen müssen Zeit haben, sich kritisch mit der Welt und dem Bildungssystem zu befassen, Lerninhalte zu hinterfragen statt auswendig zu lernen sowie sich (hochschul-)politisch für Verbesserungen zu engagieren, um die Pädagogik und das Bildungssystem weiterzuentwickeln. Um menschlich verantwortliche und an ihren Schüler*innen ehrlich interessierte Lehrer*innen zu werden, die Klugheit, Kritikfähigkeit, Solidarität und Lernfreude bei ihren Schüler*innen befördern, müssen sie selbst Spaß am Lernen haben.

Deshalb haben wir mit einem breiten Bündnis – bestehend aus dem Landeslehramtsfachschaftentreffen NRW (LaLeFa NRW), dem bundesweiten Studierendenverband fzs, den GEW Studis, vielen Fachschaften sowie einer Vielzahl von Betroffenen – bereits rund 8.500 Unterschriften für die Abschaffung der Fristen gesammelt. Für eine Verlängerung der Fristen haben sich zudem die Prorektorenkonferenz NRW sowie die Universität zu Köln ausgesprochen.

Derzeit läuft eine Überarbeitung des Lehrerausbildungsgesetzes. Der bisherige Entwurf sieht weder eine Abschaffung noch eine Verlängerung der Fristen vor.

Auch sonst ist der Entwurf wenig fortschrittlich:

  • Sowohl Studium als auch Referendariat sind nach wie vor auf ein mehrgliedriges, sozial selektives Schulsystem ausgerichtet statt die Grundlagen für eine Schule für alle und Inklusion zu legen.
  • Die gesetzlichen Vorschriften zum Studium sind sehr in neoliberaler PISA-Doktrin verhaftet; künftigen Lehrer*innen soll vor allem das Handwerkszeug dafür vermittelt werden, in den Schulen Beihilfe zu Anpassung zu leisten, statt zur Entwicklung mündiger Menschen beizutragen.
  • Es gibt keine Masterplatzgarantie – ein Masterabschluss ist aber Voraussetzung für die Einstellung als Lehrer*in!
  • Das Praxissemester ist unbezahlt und gleichzeitig so organisiert, dass Nebenjobs praktisch nicht möglich sind.

Derzeit verzögert sich der Gesetzgebungsprozess voraussichtlich bis zum Frühjahr 2016. Wer in den auslaufenden Studiengängen Lehramt für Grund-, Haupt- oder Realschulen studiert, muss sich nach derzeitiger Gesetzeslage allerdings spätestens im Oktober 2015 für die letzten Prüfungen angemeldet haben. Einerseits ist es richtig, nicht beim derzeitigen Entwurf für die Gesetzesüberarbeitung stehen zu bleiben, sondern sich die Zeit für eine Reform der Lehrer*innenbildung auf Höhe der Zeit zu nehmen. Andererseits ist es zynisch, in Kauf zu nehmen, dass in der Zwischenzeit alle weiter zittern sollen und ein Teil der Studierenden bereits rausgeschmissen wird.

Damit sofort Abhilfe geschaffen wird, fordern wir das Land NRW auf, als Sofortmaßnahme ein Moratorium, d. h. ein Aussetzen der Auslauffristen, zu erlassen. Prinzipiell müssen die Fristen abgeschafft werden und eine grundlegende Überarbeitung der gesamten Lehrer*innenbildung im Zuge der Reform des Lehrerausbildungsgesetzes realisiert werden.

Dafür werden wir am Donnerstag, den 02.07. die Parteizentralen von SPD und Grünen in Düsseldorf besuchen.

Aufruf als PDF

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