Gegen Studiengebühren: Stellungnahme, Kundgebung, Öffentliche Senatssitzung

Kundgebung: Mi., 26.7., 12.30–13.00 Uhr, Albertus-Magnus-Platz
anschließend:
Öffentliche Senatssitzung mit Debatte über eine Stellungnahme der Universität gegen die geplanten Gebühren


Stellungnahme der Teilnehmer*innen der Fachschaftenkonferenz der Universität zu Köln am 19.7.2017

2010 wurden die Studiengebühren in NRW aufgrund der Proteste der Studierendenschaft für das im UN-Sozialpakt verbriefte Recht aller auf freie Bildung nach weniger als einer Legislaturperiode wieder abgeschafft. Die neue Landesregierung plant nun, Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer*innen in Höhe von 1500 € pro Semester einzuführen.

Wir lehnen Studiengebühren in jeder Form ab. Weiterlesen

Evaluation im Rahmen der Weiterentwicklung des Übungsbetriebes

Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, gibt es schon seit Längerem eine lebhafte Diskussion um die Weiterentwicklung des Übungsbetriebs (siehe u.a. hier und hier), die bis 2018 u.a. auch in eine Überarbeitung der Studienordnung münden soll.

In diesem Rahmen wurden dieses Semester in fast allen Bachelor-Vorlesungen verschiedene kleinere und größere Verbesserungsideen erprobt. Um daraus zu lernen, sind wir natürlich auf das Feedback möglichst vieler Leute dazu angewiesen. Deshalb haben wir für die verschiedenen betroffenen Vorlesungen jeweils einen kurzen Evaluationsbogen erstellt, der auch in den Vorlesungen schon rum gegeben wurde oder noch rumgegeben wird.

Ihr findet die Bögen aber auch hier zum Selbstausdrucken. Bitte werft die ausgefüllten Bögen bald in den Briefkasten an der Faschaftstür.

Experimentalphysik I

Experimentalphysik II

Vektoranalysis und Lineare Algebra

Computerphysik

Festkörperphysik

Kern- und Teilchenphysik

Theoretische Physik in 2 Semestern II

Anmerkung: Die Bögen umfassen jeweils auch einen Block allgemein zur/zum Übungsleiter*in. Dabei geht es uns nicht darum, die Kolleg*innen zu bewerten, die Art der Erhebung ermöglicht auch keine Zuordnung. Vielmehr geht es darum, dass wir wissen, dass die Wirksamkeit einer Maßnahme auch immer von den Leuten abhängt, die sie umsetzen. Um die erprobten Maßnahmen beurteilen zu können, wollen wir den Einfluss des/der Übungsleiter*in „herausrechnen“.

Positionierung der Fachschaft zum CHE-Ranking

Es ist nicht sinnvoll, anderen Unis potenzielle Studierende abzuwerben. Sinnvoll ist dagegen, dazu beizutragen, dass künftige Studierende einen Studienort wählen, der zu ihnen passt. Rankings, insbesondere das CHE-Ranking, können aus folgenden Gründen dazu nicht beitragen: Weiterlesen

Resolution der Fachschaft für atomare Abrüstung

„Alle hatten ihre Hände vor sich hängen, ihre Kleider zerfetzt und einige von ihnen waren praktisch nackt. Zwischen ihnen waren Männer, ihr Körper übersät mit Glassplittern, ihre Kleidung verbrannt, die Hautabgeschürft. Ebenso Frauen, deren Augen aus ihren Augenhöhlen quollen und deren Körper von Blut bedeckt waren. Überall lagen die Innereien neben den Körpern der Toten. Der Körper einer Mutter und ihres Babys, beide stark verbrannt, lagen am Straßenrand. Ich hörte ein Baby schluchzen – noch heute höre ich das Weinen des Babys. […] Was wir damals nach der Bombardierung erlebt haben, war genau das: ‚Die Hölle auf Erden.‘“

(TAKAHASHI Akihiro, Überlebender des Atombombenabwurfes auf Hiroshima[1])

72 Jahre nach dem Atombombenangriff auf Hiroshima und Nagasaki gibt es immer noch ungefähr 14.900 Nuklearwaffen auf der Welt[2]. Der Einsatz eines Bruchteils dieses Arsenals könnte katastrophale Folgen für das Leben aller Menschen haben. Diese Gefahr ist den meisten Menschen in Deutschland bekannt[3]. und auch die Bundesregierung bekennt sich „zu dem Ziel, die Bedingungen für eine nuklearwaffenfreie Welt zu schaffen“[4]. Trotzdem hat die Bundesregierung im Sinne der NATO-Doktrin am 27. Oktober 2016 gegen die Aufnahme von Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot gestimmt. Dagegen hat eine große Mehrheit von 123 Staaten für die Aufnahme der Verhandlungen gestimmt, die laut UN-Generalsekretär Guterres notwendig sind, „um Rationalität und diplomatische Lösungen zu gewährleisten, Sicherheit durch friedliches Handeln zu fördern und die Instrumente zu entwickeln, die wir brauchen, um Zuversicht, Vertrauen und internationale Stabilität zu entwickeln.“[5]

Es ist die Verantwortung und Aufgabe der Wissenschaft und der Hochschulen sich für Aufklärung, Völkerverständigung, Frieden und Menschlichkeit zu engagieren.

Wir fordern die Bundesregierung auf, für eine atomwaffenfreie Welt zu wirken, indem sie sich tatkräftig einsetzt

  • gegen die im Rahmen der NATO geplante Nuklearwaffen-Modernisierung,
  • für den Abzug der in Büchel stationierten US-Atomwaffen und
  • für diplomatische Schritte auf allen Ebenen mit dem Ziel einer Ächtung von Nuklearwaffen.

Es ist an der Zeit, den Weg für die Abschaffung und die völkerrechtliche Ächtung von Atomwaffen freizumachen.
„Vor uns liegt, wenn wir richtig wählen, eine beständige Ausweitung von Glück, Wissen und Weisheit. Sollen wir stattdessen den Tod wählen, bloß weil wir unsere Streitereien nicht vergessen können? Wir wenden uns als Menschen an unsere Mitmenschen: Erinnert Euch Eures Menschseins und vergesst alles andere! Wenn Ihr das vermögt, dann öffnet sich der Weg zu einem neuen Paradies. Könnt Ihr es nicht, dann droht Euch allen der Tod.“

(letzter Absatz des Russell-Einstein Manifestes)

[1] zitiert nach der Peace Database des Hiroshima Peace Memorial Museum, das die Folgen der Atombombenabwürfe wissenschaftlich dokumentiert; eigene Übersetzung
[2] Studie der Federation of American Sceintists vom Januar 2017
[3] FORSA Umfrage vom März 2016
[4] Aktuelles Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik von 2016
[5] UN-Generalsekretär António Guterres auf der „Conference on Disarmament“ in Genua, 24.1.2017; eigene Übersetzung

Wählen gehen bis Freitag!

Im Gegensatz zu vielen anderen Institutionen, Unternehmen usw. ist die Uni weitgehend selbst verwaltet. Sie entscheidet selbst, wofür sie Geld ausgibt, wer hier arbeitet, welche Fachbereiche ausgebaut werden, wie die Studiengänge aussehen, die Gebäude ausgestattet sind etc.
Diese Entscheidungen werden von den Gremien der Uni getroffen und diese Woche wählt Ihr, wer in diesen Gremien sitzt!

Es lohnt sich also, die Programme anzusehen und wählen zu gehen, Eure Stimme hat direkten Einfluss auf eure täglichen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Außerdem spielt die Uni gesellschaftlich eine große Rolle: Hier wird Wahrheit produziert, hier werden Problemlösungen erarbeitet und es ist höchst umstritten, in wessen Sinne.

Also: Geht wählen!
Die Urnen stehen überall und ihr habt noch bis Freitag, 16.12. Zeit

Wer noch Orientierung sucht:

  • Kurze Einführung in die Hochschulpolitik und den Aufbau der Universität zu Köln
  • Wahlzeitung: Hier findet Ihr alle Gremien erklärt, Musterwahlzettel und die Selbstdarstellungen der kandidierenden Gruppen
  • Wahl-O-Mat für Eilige: 32 Fragen beantworten, eine Wahlempfehlung bekommen. Hinweis: Fahrt auf der Ergebnisseite über die Tabelleneinträge, dann werden die Antworten der einzelnen Hochschulgruppen angezeigt.

Und: Fragt die Leute, die Wahlkampf machen!