Bildungsexpansion statt Kürzungen

Die aktuellen Kürzungen haben vornehmlich zwei Gründe:

  1. Die durch Drittmittel (auch Exzellenz) verursachten Folgekosten durch Unterstützung bei Personal und Infrastruktur während der Projektlaufzeit sowie durch Verstetigungen nach Auslauf der Projekte
  2. Die Verzögerungen beim Hochschulpakt IV

Zur Kürzungsproblematik positionieren wir uns folgendermaßen:

  1. Nichts von dem, was derzeit Gefahr läuft weg gekürzt zu werden, ist verzichtbar. Deshalb muss die Uni in den Blick nehmen, wie sie mittelfristig (wieder) mehr Mittel bekommt.
  2. Die Mittel sind öffentlich, deshalb braucht man eine öffentliche Debatte, kein Klüngeln großer Männer mit wichtigen Frauen. Die Uni kann und muss auch angesichts hoher Steuereinnahmen des Landes öffentlichkeitswirksam begründen, dass sie zu Frieden, Demokratie und Nachhaltigkeit beiträgt, dass dies im Interesse der gesamten Gesellschaft ist und dass die Uni dafür mehr Geld benötigt. Dies sollten die Hochschulen am besten gemeinsam unternehmen.
  3. Bis (wieder) mehr Geld zur Verfügung steht, darf weder versucht werden, die Kürzungen „auf den Nachbarn“ abzuwälzen, noch kann und darf sich die Uni einen Arm abhacken. Nichts darf endgültig geschlossen werden. Stattdessen müssen die verschiedenen Bereiche reihum und immer nur vorübergehend Geld in den Topf werfen und sich gegenseitig unterstützen.
  4. Die Drittmittel-Problematik macht auch ein Demokratie-Defizit offensichtlich:

    In der bisherigen Konstellation führen die (durchaus bemerkenswerten) Drittmittel-Aktivitäten einzelner Unimitglieder oder -bereiche zu Kosten aller, ohne dass darüber zuvor gemeinsam beschlossen wurde, oder die Mitbetroffenen auch nur informiert worden wären. Erst der Umgang mit den daraus resultierenden Kürzungen wird gemeinsam in den Gremien behandelt.

    Stattdessen müssen die Gremien von Anfang an in sämtliche Aktivitäten involviert werden, die potentiell Folgekosten haben können, und müssen für diese Folgekosten auch immer ein Budget beschließen.

Fachschaft Afrikanistik, Fachschaft Chemie, Fachschaft Chemiedidaktik, Fachschaft Emotionale und soziale Entwicklung (EFA), Fachschaft Geographiedidaktik, Fachschaft Geophysik und Meteorologie, Fachschaft Hören und Kommunikation, Fachschaft Inklusion, Fachschaft Körperliche und motorische Entwicklung, Fachschaft Kunst, Fachschaft Mathedidaktik, Fachschaft Medieninformatik / Informationsverarbeitung, Fachschaft Musikpädagogik, Fachschaft Musikvermittlung, Fachschaft Musikwissenschaft, Fachschaft Physik, Fachschaft Physikdidaktik, Fachschaft Sachunterricht, Studierendenausschuss der Vollversammlung der Humanwissenschaftlichen Fakultät (StAVV)

(Stand: 12.3.2019)

Ein Gedanke zu “Bildungsexpansion statt Kürzungen

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